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Eltern 23. April 2026

Aktuelle Eltern-News vom 16. bis 22. April 2026

Von Walter Uehli

Aktuelle Eltern-News vom 16. bis 22. April 2026

Von überzogenen Erwartungen an uns selbst bis zu prägenden Sätzen, die Kinder ein Leben lang begleiten: Diese Woche schauen wir auf aktuelle Erkenntnisse zur Kindererziehung. Ausserdem: Warum Eltern sich bei Geschwisterstreitigkeiten zurückhalten sollten und welche Erfahrungen das Selbstvertrauen deines Kindes wirklich stärken.


Eltern stellen heute völlig überzogene Anforderungen an sich selbst

Der Journalist Tillmann Prüfer bringt auf den Punkt, was viele von uns täglich spüren: Wir Eltern setzen uns selbst unter enormen Druck. In einem Interview spricht er darüber, wie sich die Erwartungen an Elternschaft in den letzten Jahrzehnten verändert haben und warum wir uns damit oft selbst im Weg stehen.

Die Kernbotschaft: Perfekte Eltern gibt es nicht, und das ist auch gut so. Statt uns an unrealistischen Idealen abzuarbeiten, sollten wir uns auf das Wesentliche konzentrieren: eine verlässliche, präsente Beziehung zu unseren Kindern. Der Druck, in allen Bereichen das Optimum zu leisten, führt oft zu Erschöpfung statt zu besserer Erziehung.

Aus BundU-Sicht lässt sich das so zuspitzen: Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Sie brauchen Eltern, die da sind. Wer sich selbst regulieren kann, ist auch für das Kind verfügbar. Selbstfürsorge ist keine Schwäche, sie ist die Grundlage von Präsenz.

Quelle: Der Standard


Fünf Sätze, die dein Kind ein Leben lang begleiten

Worte haben Gewicht, besonders die, die wir zu unseren Kindern sagen. Ein aktueller Artikel beleuchtet fünf prägende Sätze, die Kinder ihr ganzes Leben begleiten können. Dabei geht es nicht um pädagogische Formeln, sondern um einfache, ehrliche Botschaften.

Zu diesen Sätzen gehören etwa «Ich bin stolz auf dich», «Du kannst das schaffen» oder «Deine Gefühle sind wichtig». Was sie gemeinsam haben: Sie vermitteln dem Kind, dass es wertvoll ist, dass seinen Fähigkeiten vertraut wird und dass seine Emotionen einen Platz haben dürfen.

Entscheidend ist nicht das mechanische Wiederholen dieser Sätze. Entscheidend ist die ehrliche, zugewandte Haltung dahinter. Kinder spüren sehr genau, ob wir es ernst meinen oder nur eine Erziehungstechnik anwenden. Achte darauf, was du sagst. Aber noch mehr darauf, wie du es sagst, und ob du es wirklich so meinst.

Quelle: Eltern.de


Warum Eltern sich bei Geschwisterstreitigkeiten zurückhalten sollten

Wenn die Kinder sich streiten, ist der Impuls gross, sofort einzugreifen und den Konflikt zu lösen. Doch Fachpersonen raten: Manchmal ist weniger mehr. Kinder brauchen Raum, um ihre Alltagskonflikte selbst zu lösen.

Der Hintergrund: Wenn wir als Eltern ständig eingreifen, nehmen wir unseren Kindern die Chance, wichtige soziale Fähigkeiten zu entwickeln. Kompromisse finden, unterschiedliche Perspektiven verstehen, Frustrationen aushalten. All das lernen Kinder am besten in echten Situationen, eingebettet in einen sicheren Beziehungsrahmen.

Natürlich gibt es Grenzen. Bei körperlicher Gewalt oder massiver emotionaler Verletzung müssen wir einschreiten. Das ist Präsenz, nicht Kontrolle. Aber bei Spannungsmomenten im Alltag dürfen wir unseren Kindern zutrauen, selbst Lösungen zu finden. Unsere Rolle: Beobachten, bei Bedarf moderieren, nicht vorschnell die Lösung vorgeben. Wer seinem Kind diese Erfahrung ermöglicht, stärkt nicht nur seine Problemlösefähigkeit, sondern auch das Vertrauen in die eigene Wirksamkeit.

Quelle: WELT


Diese Erfahrung stärkt das Selbstvertrauen besonders

Was macht Kinder wirklich selbstbewusst? Eine aktuelle psychologische Untersuchung zeigt: Es ist weniger das ständige Lob als vielmehr eine ganz bestimmte Erfahrung. Die Erfahrung, dass das eigene Handeln etwas bewirken kann.

Kinder entwickeln Selbstvertrauen vor allem dann, wenn sie merken: «Ich kann etwas schaffen, wenn ich mich anstrenge.» Das passiert nicht durch Lob für Dinge, die ihnen leichtfallen, sondern durch das Meistern von Herausforderungen. Wenn ein Kind nach mehreren Versuchen endlich die Schleife bindet, den Turm baut oder das Fahrradfahren lernt, sind das die Momente, die wirklich zählen.

Für uns Eltern bedeutet das: weniger eingreifen, mehr zutrauen. Kinder brauchen Aufgaben, die sie fordern, aber nicht überfordern. Und sie brauchen die Erfahrung, dass Scheitern zum Lernen dazugehört. Statt «Das hast du toll gemacht» ist manchmal «Du hast nicht aufgegeben, bis es geklappt hat» die wertvollere Rückmeldung.

Quelle: Eltern.de


Stress mit dem Teenager? So lernst du, entspannt loszulassen

Die Pubertät ist für viele Eltern eine besonders herausfordernde Phase. Ein Artikel aus dem Beobachter gibt praktische Impulse, wie Eltern in dieser Zeit gelassener bleiben und loslassen lernen, ohne die Beziehung zum Kind zu verlieren.

Teenager brauchen Freiraum, um ihre eigene Identität zu entwickeln. Das bedeutet nicht, dass wir als Eltern überflüssig werden. Im Gegenteil. Aber unsere Rolle verändert sich: vom Beschützer und Entscheider zum Begleiter und Berater. Das kann verunsichern, besonders wenn wir sehen, dass unsere Kinder Entscheidungen treffen, die wir anders getroffen hätten.

Aus BundU-Sicht lässt sich ergänzen: Klare Haltung bei wichtigen Dingen (Sicherheit, Gesundheit, Respekt) und Flexibilität bei allem anderen. Das ist kein Widerspruch. Es ist Neue Autorität. Teenager spüren sehr genau, ob wir ihnen etwas zutrauen oder ob wir nur kontrollieren. Wer das Beziehungsgummiband nicht abreissen lässt, auch wenn es stark gedehnt wird, legt den Grundstein für eine tragfähige Beziehung im Erwachsenenalter.

Quelle: Beobachter


Fazit

Diese Woche zeigen die Themen einen roten Faden: weniger Druck, mehr Vertrauen. In uns selbst und in unsere Kinder. Ob es um überzogene Erwartungen geht, um prägende Worte, um die Kraft eigener Erfahrungen oder um das Loslassen in der Pubertät: Erziehung gelingt am besten, wenn wir präsent bleiben und unseren Kindern zutrauen, ihren eigenen Weg zu finden. Das ist Erziehung mit Haltung.

Mehr Unterstützung für deinen Erziehungsalltag findest du auf bundu.ch.