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Eltern 07. May 2026

Aktuelle Eltern-News – Ausgabe vom 30. April – 6. Mai 2026

Von Walter Uehli

Aktuelle Eltern-News – Ausgabe vom 30. April – 6. Mai 2026

Diese Woche geht es um Eltern, die Orientierung geben, um Kinder, die mit ihrem Verhalten etwas zeigen, und um Familien, die manchmal an Grenzen kommen. Die aktuellen Eltern-News laden dich ein, hinter Verhalten zu schauen, Kontakt zu halten und Führung nicht mit Kontrolle zu verwechseln.

Leuchtturm-Eltern: Warum ruhige Präsenz Kindern Sicherheit gibt

Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Sie brauchen Erwachsene, die auch in stürmischen Momenten erreichbar bleiben. Das Bild der Leuchtturm-Eltern passt deshalb gut zum BundU-Prinzip: Ein Leuchtturm läuft dem Schiff nicht hinterher. Er bleibt an seinem Platz, sichtbar, verlässlich und ruhig.

Wenn ein Kind wütend wird, sich verweigert oder in der Schule Schwierigkeiten erlebt, ist das für Eltern oft anstrengend. Schnell entsteht der Impuls, zu erklären, zu schimpfen oder das Verhalten sofort zu stoppen. Aus BundU-Sicht beginnt Führung jedoch einen Schritt früher: bei der eigenen Selbstregulation. Erst wenn ich mich innerlich sortiere, kann ich meinem Kind Orientierung geben.

Das heisst nicht, dass alles erlaubt ist. Es heisst: Ich bleibe da. Ich verliere dich nicht aus dem Blick. Ich lasse mich nicht in den Sturm hineinziehen, aber ich lasse dich auch nicht allein darin stehen.

Für den Alltag kann ein einfacher Satz helfen: Ich bin da. Ich bleibe ruhig. Wir schauen gemeinsam, was jetzt der nächste gute Schritt ist. Genau darin liegt Sicherheit: nicht in perfekter Kontrolle, sondern in präsenter, liebevoller Standhaftigkeit.

Quelle: Frankfurter Rundschau

Wenn Kinder ihre Eltern schlagen: Ein Tabuthema braucht klare und achtsame Sprache

Wenn Kinder oder Jugendliche ihre Eltern schlagen, treten, bedrohen oder beschimpfen, geraten Familien oft in grosse Not. Viele Eltern schämen sich, ziehen sich zurück oder fragen sich, was sie falsch gemacht haben. Genau hier braucht es eine Sprache, die nicht beschuldigt, sondern handlungsfähig macht.

Aus BundU-Sicht ist Gewalt nie einfach ein Erziehungsproblem, das mit mehr Druck gelöst wird. Gewalt ist ein Signal: Das Familiensystem ist belastet, Grenzen werden überschritten und alle Beteiligten brauchen Schutz, Orientierung und Unterstützung.

Der erste Schritt ist Sicherheit. Gewalt darf nicht verharmlost werden. Eltern dürfen klar sagen: Ich lasse nicht zu, dass du mich schlägst. Gleichzeitig bleibt wichtig: Das Kind wird nicht auf sein Verhalten reduziert. Hinter der Eskalation können Überforderung, Angst, fehlende Impulskontrolle, psychische Belastungen oder erlernte Muster stehen.

Das BundU-Prinzip würde hier drei Dinge verbinden: Schutz herstellen, Beziehung nicht abbrechen und Unterstützung holen. Niemand muss solche Situationen allein tragen. Beratungsstellen, systemische Familienberatung, Schule, Jugendhilfe oder therapeutische Angebote können helfen, neue Handlungsspielräume zu öffnen.

Sich Hilfe zu holen ist kein Eingeständnis von Versagen. Es ist ein Zeichen von Verantwortung. Gerade in hochbelasteten Familien braucht es oft ein tragfähiges Netz, damit Sicherheit, Respekt und Kontakt wieder wachsen können.

Quelle: Spektrum der Wissenschaft

Wenn Eltern Signale ihrer Kinder falsch deuten: Hinter Verhalten schauen

Viele Konflikte entstehen nicht nur durch das Verhalten des Kindes, sondern durch die Bedeutung, die Erwachsene diesem Verhalten geben. Ein Kind schreit, provoziert oder zieht sich zurück. Schnell denken Eltern: Es will mich ärgern. Es testet mich. Es hört einfach nicht.

Das BundU-Prinzip lädt zu einer anderen Frage ein: Was könnte der gute Grund hinter diesem Verhalten sein? Vielleicht sucht das Kind Kontakt. Vielleicht fehlt ihm Sprache für seine Gefühle. Vielleicht braucht es Struktur, Pause, Sicherheit oder das Gefühl, gesehen zu werden.

Das bedeutet nicht, dass jedes Verhalten in Ordnung ist. Es bedeutet, dass wir zuerst verstehen, bevor wir bewerten. Verbindung vor Korrektur heisst: Ich sehe dein Verhalten, aber ich sehe auch dich dahinter.

Eine hilfreiche innere Pause kann sein: Was sehe ich gerade? Was vermute ich? Was braucht mein Kind? Und was brauche ich, damit ich klar und respektvoll bleiben kann?

Grenzen bleiben wichtig. Aber Grenzen wirken anders, wenn sie aus Kontakt heraus gesetzt werden. Nicht: Ich gewinne gegen dich. Sondern: Ich bleibe bei dir und ich bleibe klar.

Quelle: WELT

Zum Mitnehmen

Erziehung ist kein Programm, das man fehlerfrei abarbeitet. Erziehung ist Beziehung im Alltag. Manchmal braucht es Ruhe. Manchmal Klarheit. Manchmal Trost. Manchmal Unterstützung von aussen.

Das BundU-Prinzip erinnert daran: Kinder wollen im Kern kooperieren, wachsen und in Beziehung sein. Wenn Verhalten schwierig wird, ist das eine Einladung, genauer hinzuschauen: Was braucht mein Kind? Was brauche ich? Welche Beziehung können wir stärken?

Du musst dabei nicht perfekt sein. Du darfst lernen, korrigieren, Unterstützung holen und neu beginnen. Genau darin entsteht Präsenz. Und Präsenz ist oft der erste Schritt zurück in Verbindung.

Mehr Impulse und Unterstützung für deinen Erziehungsalltag findest du auf bundu.ch.