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Eltern 09. April 2026

Aktuelle Eltern-News – Ausgabe vom 2. – 8. April 2026

Von Walter Uehli

Aktuelle Eltern-News – Ausgabe vom 2. – 8. April 2026

Von U-Boot-Eltern über Geschwisterstreit bis zur Frage nach körperlicher Überlegenheit: Diese Woche schauen wir auf aktuelle Erziehungsthemen, die Eltern beschäftigen. Was hilft wirklich – und wie bleibt die Beziehung das Fundament, wenn es schwierig wird?

U-Boot-Eltern: Wenn Beziehung auf Abruf nicht trägt

Ein neues Phänomen macht die Runde: «U-Boot-Eltern». Gemeint sind Eltern, die sich lange Zeit kaum um schulische Belange kümmern – und dann massiv eingreifen, wenn es Probleme gibt oder die Noten nicht stimmen.

Der Beobachter warnt: Dieses Muster schadet Kindern mehr, als es hilft. Kinder brauchen kontinuierliche Begleitung, nicht punktuelle Interventionen. Wenn Eltern sich erst bei schlechten Noten einschalten, entsteht beim Kind der Eindruck, nur bei Problemen sichtbar zu sein – und Wert zu haben, wenn es funktioniert.

Aus BundU-Sicht ist das der K-Strang (Kontakt pflegen) in seiner Grundform: Kontakt ist kein Notfallwerkzeug. Beziehung braucht Kontinuität. Das Beziehungsgummiband, diese tragfähige Verbindung zwischen Eltern und Kind, entsteht durch viele kleine Momente im Alltag, nicht durch grosse Eingriffe im Ausnahmezustand.

Besser: Regelmässig nachfragen, wie es läuft – nicht erst, wenn das Zeugnis kommt. Nicht kontrollieren, sondern Präsenz zeigen: «Ich bin da. Auch wenn alles gut läuft.» So entwickeln Kinder Vertrauen und bitten rechtzeitig um Hilfe.

Quelle: Beobachter

Geschwisterstreit: Übungsfeld für das Leben – und für die eigene Stärke

Streit unter Geschwistern – ein Dauerthema in vielen Familien. Die Volksstimme erklärt, warum Rivalität zwischen Geschwistern völlig normal und wichtig für die Entwicklung ist.

Kinder lernen im Geschwisterstreit zentrale soziale Fähigkeiten: Konflikte austragen, Kompromisse finden, sich durchsetzen und nachgeben. Das sind echte Übungsfelder fürs spätere Leben.

Aus BundU-Sicht lohnt sich hier ein zusätzlicher Blick durch den T-Strang (Talente entdecken): Geschwister können sich gegenseitig als Entwicklungspartner sehen – wenn Eltern helfen, die Stärken des anderen sichtbar zu machen. «Dein Bruder kann gut erklären.» «Deine Schwester traut sich Dinge, die du dir noch nicht zutraust.» Solche Sätze stärken nicht nur das Einzelkind, sie verändern auch die Geschwisterdynamik.

Problematisch wird es erst, wenn ein Kind dauerhaft benachteiligt wird oder Konflikte in Gewalt umschlagen.

Was hilft? Nicht jeden Streit schlichten, sondern Kindern Raum geben, eigene Lösungen zu finden. Eingreifen bei unfairen Machtverhältnissen oder wenn es körperlich wird. Und: Jedes Kind individuell wahrnehmen – nicht vergleichen, sondern wirklich sehen. Jedes Kind braucht seine eigene Zeit mit den Eltern, ohne Geschwister.

Quelle: Volksstimme

Körperliche Überlegenheit: Sicherheit geben, nicht Macht ausüben

Eine heikle Frage beschäftigt die Frankfurter Rundschau: Wann dürfen Eltern ihre körperliche Überlegenheit nutzen? Etwa wenn ein Kind sich weigert, die Wohnung zu verlassen, obwohl ein wichtiger Termin ansteht?

Die Antwort ist differenziert – und der S-Strang (Sicherheit geben) zeigt, wo die Grenze liegt: Körperliche Gewalt ist tabu. Körperlicher Schutz ist in bestimmten Momenten notwendig. Das ist ein entscheidender Unterschied.

Wenn Gefahr droht (Kind rennt auf die Strasse) oder wenn keine andere Möglichkeit bleibt (Kind muss zum Arzt), dürfen Eltern das Kind auch gegen seinen Willen tragen oder festhalten. Der BundU-Blick fügt eine wichtige Frage hinzu: Was steckt hinter dem Widerstand? Bevor körperlich interveniert wird, lohnt sich der A-Strang (Achtsamkeit): Was kommuniziert dieses Kind gerade? Gibt es einen guten Grund für sein Nein?

Entscheidend ist die Haltung: Es geht um Schutz und Fürsorge – nicht um Machtausübung oder Bestrafung. Und: Solche Situationen sollten die Ausnahme bleiben. Häufen sie sich, ist das ein Signal, dass das Familiensystem neue Antworten braucht – möglicherweise mit professioneller Begleitung.

Quelle: Frankfurter Rundschau

Warum wir erziehen, wie wir erzogen wurden

Das RND beleuchtet ein faszinierendes Phänomen: Viele Eltern erziehen ihre Kinder ähnlich wie sie selbst erzogen wurden – auch wenn sie das nicht so geplant hatten.

Der Grund liegt in unserer Prägung. Erziehungsmuster unserer eigenen Eltern sind tief verankert – in Stresssituationen greifen wir automatisch darauf zurück. Sätze wie «Das haben wir früher auch so gemacht» oder «Mir hat das auch nicht geschadet» zeigen diese unbewusste Weitergabe.

Aus BundU-Sicht ist das der A-Strang (Achtsamkeit) in Reinform: hinter das eigene Verhalten schauen, nicht nur hinter das Verhalten des Kindes. Was hat mir in meiner Kindheit gutgetan? Was hat mir gefehlt? Welche Sätze meiner Eltern höre ich heute aus meinem eigenen Mund?

Die gute Nachricht: Diese Muster sind nicht unveränderlich. Reflexion ist der erste Schritt – und Selbstkontrolle geht vor Fremdkontrolle. Wer sich selbst besser versteht, kann bewusstere Entscheidungen treffen, statt automatisch zu reagieren. Manchmal braucht es dafür auch professionelle Begleitung.

Quelle: RND.de

Stress mit Teenagern: Wenn das Beziehungsgummiband hält

Der Beobachter widmet sich dem Alltag mit 15-Jährigen – einer Phase, die viele Eltern an ihre Grenzen bringt. Türenknallen, einsilbige Antworten, ständige Diskussionen: Wie geht man damit um?

Wichtig zu verstehen: Jugendliche in diesem Alter befinden sich in einem massiven Umbruch. Sie lösen sich von den Eltern, suchen ihre eigene Identität – das ist anstrengend für alle Beteiligten. Ihr Verhalten richtet sich nicht gegen die Eltern, es gehört zu ihrer Entwicklung.

Aus BundU-Sicht ist hier der K-Strang (Kontakt pflegen) zentral: Das Beziehungsgummiband darf gedehnt werden – es soll sogar gedehnt werden. Aber es hält. Auch wenn Jugendliche sich zurückziehen, brauchen sie die Gewissheit: «Meine Eltern sind da, wenn ich sie brauche. Auch wenn ich gerade tue, als bräuchte ich sie nicht.»

Und der T-Strang (Talente entdecken) erinnert daran: Hinter dem aufgebrachten Teenager stecken Stärken, die gerade nach aussen drängen. Wer Jugendliche trotz Konflikt in ihren Interessen und Fähigkeiten wahrnimmt und benennt, baut Brücken, die standhalten.

Was hilft? Klare Regeln für das Zusammenleben – und echte Freiräume. Nicht jede Diskussion führen, sondern Prioritäten setzen: Was ist wirklich wichtig? Wo kann ich loslassen? Das Gespräch suchen, wenn alle ruhig sind – nicht in der Konfliktsituation.

Quelle: Beobachter

Fazit: Erziehung ist komplex – und es gibt keine Patentrezepte. Aber eines verbindet alle Themen dieser Woche: Beziehung ist das Fundament. Nicht Technik, nicht Kontrolle, nicht die perfekte Reaktion im richtigen Moment. Wer in Kontakt bleibt, Präsenz zeigt und hinter das Verhalten schaut, findet meist einen Weg – auch in schwierigen Phasen. Das STARK-Modell von B&U BundU® gibt dir dabei eine Orientierung, die alle fünf Dimensionen verbindet.

Mehr Tipps und Unterstützung für deinen Erziehungsalltag findest du auf bundu.ch.